Montag, 2. November 2015

.: Rezension ~ Zwanzig Zeilen Liebe :.


~ Affektiv - Andächtig - Ergreifend ~
.: Zwanzig Zeilen Liebe :.
(Rowan Coleman)


            

~ Kurzbeschreibung ~
Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten …

            


~ Über Rowan Coleman - Autorin ~
Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen. Zuletzt stand sie mit »Einfach unvergesslich« wochenlang auf der Bestsellerliste.



        

~ Zitat ~
Wenn man plötzlich die Uhr ticken hört,
dann hört man nichts anderes mehr.

        


~ Die Geschichte und meine Meinung ~
Ich hatte ein ganz anderes Buch erwartet. Eine klassische Liebesgeschichte. (Habe den Buchrücken nicht gelesen.) Und dann hatte ich da etwas völlig anderes in der Hand. Ich war nicht enttäuscht sondern positiv überrascht.

Das Buch ist auch etwas anders aufgebaut, als man es gewohnt ist.
Zu einem lesen wir drei ganz normale Geschichte aus der Sicht von drei vorerst unabhängig voneinander lebenden Protagonisten und deren Alltag.
Und zum anderen, bekommen wir zu jedem Persepektivwechel einen Abschiedsbrief unbeteiligter Personen.

Wir lernen drei Hauptprotagonisten kennen. Stella, Hope und Hugh.
  • Stella (32) ist Krankenschwester in einem Hospiz, in dem Schwerkranke wieder Kraft tanken oder ihren letzten Weg gehen. Sie macht das mit Hingabe und Leidenschaft. Stella ist auch diese Krankenschwester, die einen letzten Brief für die Patienten schreibt, bevor sie für immer gehen.
    Zu Hause hat es Stelle nicht minder leicht. Vincent, ihr Ehemann, ist nach einem Einsatz aus Afghanistan schwer verwundet heimgekehrt, ohne Bein und ohne Lebensmut. Ihre Ehe scheint zu zerbrechen.
~ Zitat von Stella ~
Ich schreibe das auf, was andere nicht mehr aufschreiben können, weil sie zu müde oder zu schwach dazu sind. Ich schreibe Briefe an die Lieben, die sie hinterlassen. Alles, was sie ihnen unbedingt noch sagen wollen.
  • Hope, ist 21 und leidet an Mukoviszidose.
    Seit ihrer Kindheit musste sie immer mehr acht geben als ihre Freunde. Nie durfte sie Dinge tun, die wirklich Spaß machten. Auf Bäume klettern, im Regenpfützen planschen oder einfach nur einen Jungen auf den Mund küssen. Das alles blieb ihr verwehrt, dank ihrer Krankheit. Ben, ihr bester und vertrautester Freund, will sie immer und immer wieder auf Abenteuer entführen und mit ihr all die schönen Dinge tun, die sie noch nie gemacht hat. Das Leben ist viel zu kurz...
~ Zitat von Hope ~
Man kann das Päckchen, das man zu tragen hat, nicht einfach abwerfen.
  • Und dann haben wir da noch Hugh, Mitte Dreißig und Historiker. Ein ewiger Jungeselle, der mit seinem Leben ganz zu frieden ist. Eigentlich! Er selbst nennt sich Langweilig. Auch sein Beruf - den er in einem Museum, in einer Privatsammlung ausübt - macht ihn selbst nicht aufregender. Bis eine neue Nachbarin nebenan einzieht. Hugh lernt das Leben von einer ganz anderen Seite kennen und nimmt diese Erfahrung mit großen Freuden an. Und dann bekommt er auch noch einen Brief zugestellt, der lang vergessene Geister wieder zum Leben erweckt.
~ Zitat von Hugh ~
Ich verbringe den größten Teil meiner Zeit mit Toten und versuche herauszufinden, welche Bedeutung ihr Tod hat. Ihr Tod ist interessant für den Historiker in mir...



Zu Beginn war ich etwas verwirrt, durch den schnellen Protagonistenwechsel und die damit verbundene kurzen Einleitungen ihrer Erzählungen, aber dann war ich voll und ganz in ihren Geschichten gefangen. Wenn wir die Protagonisten erst etwas kennen lernen dürfen, mögen wir ihre Erzählungen sehr. Auch wenn sie noch so unterschiedlich wirken und auf den ersten Blick nicht zusammen passen, sind wir von der jeweiligen Geschichte gespannt wie es weiter geht.
Zu erst denken wir, es sind drei ganz unabhängig voneinander erzählten Storys. Aber diese sind von Anfang an mit einander verbunden. Wir merken es nur nicht sofort. Und das hat mir am besten gefallen.

Zudem fand ich die Zwischenfrequenzen mit den Abschiedsbriefen sehr schön gestaltet. Schnell merkt man, das dieses Buch sich zwar schon um die Liebe handelt, aber der Tod und seine betroffenen Menschen eine sehr viel größere Rolle darin spielen.

Die Schicksale der drei Hauptprotagonisten haben mich sehr berührt. Wie am Ende alles zusammengefügt wird, war wunderbar erzählt. Und obwohl der Tod auf jede Buchseite mit liest, verspricht sogar er ein herbeigesehntes Happyend.


~ Randinfo ~
Es gibt von Stephen King den Roman "Das Katzenauge". Hier in "Zwanzig Zeilen Liebe", spielen Katzen auch eine entscheidende Rolle. Ich liebe Katzen sehr. Mit all ihren Macken :D Einfach nur toll wie die Autorin diese Aspekte eingebaut hat. Ich war sehr begeistert.


~ Fazit ~
Dieses Buch handelt von Angst, Trauer und dem Tod. Aber auch von Liebe, Humor und wahrer Freundschaft.

Drei Schicksale und deren Alltag. Dazwischen unzählige Abschiedsbriefe. Lustige, traurige, schöne und mutige Abschiedsbriefe. Darunter auch der Eine. Der, mit den "Zwanzig Zeilen Liebe".

Wenn wir einen Abschiedsbrief schreiben dürften? Wenn wir noch Zeit dafür hätten? An wen wäre er wohl? Was würde darinstehen? Diese Frage kommt jedem auf, der dieses Buch liest.
Aber nicht nur ein Abschiedsbrief soll geschrieben werden. Dieses Buch sagt uns, wir sollten mal wieder Briefe an unsere Lieben schreiben. Und das nicht nur, wenn es mit uns zu Ende geht!

Kommentare:

  1. Liebe Sasija,

    dieses Buch habe ich am Erscheinungstag per Mail vom Piper-Verlag empfohlen bekommen. Mit einem wunderschönen Werbetext. Schon wegen diesem Text musste ich es unbeding auf meinem Blog vorstellen. Nun habe ich von Emma das Buch bekommen und werde es sehr bald lesen. Deine Rezi hat mich nicht weniger neugierig darauf gemacht.

    Vor einigen Tagen hat Kossi (Kossis Welt) eine Rezi dazu gedreht. Sie war auch total begeistert und ergriffen vom Inhalt. Und Kossi hat im Video sich und uns im Video gefragt, warum wir solche Briefe erst schreiben, wenn das Leben vorbei ist. Warum sagt man das, was man Menschen sagen möchte nicht gleich? Dann hat jeder noch mehr davon. Ein wahrer Gedanke.

    Ich habe (weil ich mal wieder zu neugierig war) vor einigen Tagen den ersten Brief aus dem Buch schonmal gelesen. Eigentlich holen mich Emotionen nicht direkt am Start eines Buches ein. Aber hier hab ich danach ewig dagesessen und nachgedacht. Wenn das ganze Buch so bewegend ist, dann muss ich für das Ende wohl doch noch ein Taschentuch ans Tageslich befördern.

    Rowan Coleman ist übrigens total cool. Ich hab mit ihr schon bei Facebook geschrieben und wir folgen uns auch bei INSTAGRAM. Leider hatte sie im Oktober zu viele Termine, um nach Frankfurt zu kommen. Aber vielleicht schafft sie es ja nach Leipzig. Sie ist jedenfalls sehr kommunikativ und schreibt auch schnell mal zurück. Das find ich cool.

    Liebe Grüße
    Martin
    buchwellenreiter.blogspot.de

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    1. Hey Martin :) Schön das du uns besuchst.

      Ich musste gar nicht so weinen, auch wenn es sehr sehr tiefgründig war. Zum nachdenken hat es mich aber sehr oft angeregt. Das mit dem Abschiedsbrief ist immer so ne Sache. Das ist bei uns Menschen so verankert. Früher wars die Beichte. Letzt endlich soll es uns frei machen, so dass wir in Ruhe gehen können.
      In meinen Brief würde wohl stehen, lacht und trinkt auf meiner Beerdigungsfeier und vergesst mich nicht :D Das wäre mein letzter Wunsch.

      Und zu Lebzeit sage ich meinen Lieben immer was ich denke und wichtig finde. Das wird hoffentlich auch so bleiben :)
      Aber ich denke schon. In jeder Familie gibt es eine Person, die alles zusammen hält und immer wieder alle zusammen führt. Das is mein Part. Schon immer gewesen. Und bin sehr glücklich damit, meine Familie damit auch oft auf die nerven gehen zu können :D

      Ich wünsche dir auf jeden Fall viele schöne Lesestunden und nicht gar so viele Tränen. Ließ in einer Rezi meinen roten Satz, vllt stimmt dich das dann etwas positiv euphorisch ;)

      <3liche Grüße Sasija ;)

      Ps: Spricht Rowan deutsch?

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  2. Das Buch kenne ich gar nicht und werde es wohl auch nicht lesen..., denn allein deine Rezi hat schon so viele Knöpfe in meinem Kopf gedrückt, so dass ich es wohl gar nicht ertragen könnte zu lesen...

    Hmmm...würde ich einen Abschiedbrief lesen wollen oder einen hinterlassen wollen? Ich glaube nicht...vielmehr freue ich mich, dass ich Briefe habe, die noch zu "guten" Zeiten geschrieben wurden und das wahre Wesen der Person, vor Krankheit und Tod, darstellt.

    Und ich glaube du merkst selbst, wie gut dir diese Rezension gelungen ist :*

    LG
    Evil

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    1. Hey mein Evil <3

      Dein Abschiedsbrief kann ja alles beinhalten :) Traurig würde deiner auf keinen Fall ausfallen ^_^

      Liebe Grüße Sasija :*

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  3. Huhu, ich hab das Buch nun schon auf einige Blogs gesehen und alle sind total begeistert, aber ich bin einfach nicht sicher, ob es in mein "Beuteschema" passt. Daher bin ich mir noch nicht sicher, ob ich es wirklich lesen möchte. Werd es auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hey Nelly. Schön das du vorbei schaust.
      Ja ein Buch für zwischendurch ist es nicht wirklich. Aber Hey, wieso mal nicht was lesen, was man sonst nicht zur Hand nimmt ;)

      Liebe Grüße Sasija <3

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